Politik und Bildung

 

Seit über 30 Jahren unterrichte ich Kinder und Jugendliche.  Und noch heute brennt das Feuer für die tägliche Arbeit.  In den letzten Jahren veränderte sich die Bildungslandschaft. Wir lesen vom gesellschaftlichen Wandel , welchem Rechnung getragen werden muss. Mit Reformen wird versucht dieser Herausforderung zu begegnen. Positive Auswirkungen sind kaum zu erkennen. Stattdessen verkommt der Lehrerberuf zu einem technokratischen Beruf. Die Anforderungen an zukünftige Lehrpersonen steigen.  Der Allrounder wird durch den Fachspezialisten und Coach abgelöst. Kinder und Jugendliche haben immer mehr Bezugspersonen.  Eltern,  Lehrpersonen und Behördenmitglieder können ein Lied davon singen. Viele fühlen sich wie im Hamsterrad - es wird nur reagiert statt agiert.

In dieser Zeit der Hektik braucht es aber den Mut den pragmatischen Weg zu gehen. Dies war über Jahrzehnte das Erfolgsgeheimnis der Schweiz. Begünstigt wurde es durch den gelebten Föderalismus. Hier sehe ich den Ansatz für die Ausrichtung der Schule.

Mit Einführung des LP21GR wurde die Büchse der Pandora geöffnet. Harmos wurde dazu missbraucht, um die Volksschule neu auszurichten. Sie folgt nun den Grundprinzipien der Vorgaben der OECD, welche die Performance, also den Output im Zentrum stehen hat. Die Kompetenzorientierung anstelle verbindlicher Jahrgangsziele und neue Lehrmittel, welche die Methodenfreiheit der Lehrpersonen  einschränken, sind die Folgen.

Ein «Ja» zur Doppelinitiative wird Graubünden  nicht isolieren, sondern dazu beitragen, dass die Schule gemäss kantonaler Verfassung und noch gültigem Schulgesetz die sprachlichen, kulturellen und humanistischen Werte weiter hochhält. weiter