Ihre Fragen werden hier anonym aufgelistet. Die Frage können Sie über das Meinungsformular auf der linkes Seite stellen.  Ich freue mich darauf,  diese zu beantworten.

 

 

In der Ausgabe des Poeschtli vom 9. November 2017 wurden Sie als Kandidat, Berufsmann und Vater von den ehemaligen Gemeindepräsidenten angegriffen. Wie geht es Ihnen heute?    Wollen Sie eine ehrliche Antwort darauf? In den letzten Monaten versuchte ich die Bevölkerung über diese Webseite, Flyer, Leserbriefe und beim persönlichen Gespräch auf der Strasse, an der Haustüre, beim Wählerstammtisch, über Telefonanrufe für meine Positionen zu gewinnen. Schon beim ersten Wahlgang unterstützte Gieri Luzi die BDP-Kandidatin. Auffallend ist das Timing, nämlich zweieinhalb Wochen vor der Wahl - ein taktisches Wahlmanöver. Damals führte es nicht zum gewünschten Erfolg. Am letzten Mittwoch äusserte sich ein BDP-Mitglied beim Wählerstamm so, dass es für mich klar war, dass die BDP sich dieses Zeitfenster wieder" gesichert" hat. Was ich aber früh morgens im Poeschtli las, übertraf meine Erwartungen bei Weitem. Der Leserbrief gibt mehr über die Schreiber als den Beschriebenen preis.  Natürlich freut es mich nicht, wenn ich meinen Namen in diesem Kontext lese. Es heisst, dass immer etwas hängenbleibt. Die Zeit ist ein guter Verbündeter und die Medienflut tut das Seinige dazu, dass ich damit leben kann. Fairer halber muss ich auch zugeben, dass ich seit Wochen in den Wald gerufen habe, um endlich eine Antwort auf meine Fragen von der CVP/BDP zu erhalten. Ich bemühte mich um Sachlichkeit.  Die Antwort darauf konnte jeder im Poeschtli nachlesen.  Damit ist klar, dass aus Sicht der ehemaligen Präsidenten, Cazis eine fortschrittliche Gemeinde ist. Dennoch interessiert es mich, was genau der Auslöser für diese Unbeherrschtheit ist. Ist es wirklich die angestrebte Steuerentlastung? Handelt es sich nur um das jahrelang nicht eingelöste Versprechen dieser Herren? Ich hoffe, dass am 12. Dezember- der Budgetversammlung- Antworten darauf gefunden werden. Ich schrieb, dass ich mich für finanztechnische Fragen auf Gemeindeebene interessiere. Bis am 12. Dezember habe ich Zeit, das nötige KnoHow zu erlangen, um Sachverhalte einfach zu erklären. Eines sei heut schon gesagt: "Wie gut geht es der Gemeinde wirklich, wenn ein Steuerausfall von 2% nicht zu verkraften ist? Denken Sie in aller Ruhe darüber nach." Um auf die Frage zurückzukommen. Als Lehrer ist man es gewohnt mit Kritik konstruktiv umzugehen, die dahinter stehenden Ängste als Chance für einen Schritt nach vorne zu sehen. Die Voraussetzung dafür ist der Wille zum sachlichen Dialog. Und genau das wird nach den Wahlen passieren. Sie sehen es geht mir gut. Dazu tragen sicher auch die vielen aufmunternden Mails bei, die ich erhalten habe.  Allein in den letzten beiden Tagen waren über 600 Zugriffe auf Medieninhalte dieser Webseite zu verzeichnen. Die Bevölkerung zeigt grosses Interesse.  Un vergessen Sie nicht. Am 1. Wahlgang erhielt ich praktisch jede 2. Stimme. Hier von einem von partitkularinteresse getriebenen Kandidaten zu sprechen ist an Dreistigkeit kaum zu übertreffen. Ich danke allen, welche meine Kandidatur unterstützen und ein "Herzlichstes Dankeschön" allen, die mir geschrieben haben.

 

Im Blog zum "Behördenapéro" greifen Sie den Gemeindevorstand an. Wie wollen Sie mit diesem Gremium zusammenarbeiten, falls Sie gewählt werden?

Zum politischen Alltag gehört, dass die Führung auskunftspflichtig gegenüber dem Volk ist. Unter Behördenapéro meinte ich an eine Veranstaltung zu gehen, an welcher der Vorstand mit der Bevölkerung sich austauschen möchte. Dies  wäre ein tolles Gefäss, um über den Tellerrand hinaus denken zu können. Leider war dies gemäss meiner Betrachtungsweise nicht der Fall. Deshalb fasste ich die Informationen kurz un bündig zusammen und wollte wissen, wie dies  mit dem Wunsch einer schon lange versprochenen  Steuersenkung bei natürlichen Personen in Einklang zu bringen ist. Die Antwort darauf war nicht befriedigend, denn sie wurde verweigert.  Als Folge schrieb ich einen Brief an den Gemeindevorstand. Anstelle einer schriftlichen Antwort, erhielt ich ein Telefon mit der Frage: "Wie stellen Sie sich vor, falls Sie gewählt würden, mit dem Vorstand an einem Tisch zu sitzen und zusammen zu arbeiten?"  Diese Frage unterstellt einmal mehr, dass Personen, welche auf der Sachebene kritisch gegenüber dem "status quo" sind, auch nicht fähig sein sollten in einer Kollegialbehörde mitzuwirken. Daraus folgt, dass nur Personen zur Wahl vorgeschlagen werden dürfen, welche den Ist-Zustand nicht hinterfragen und so schnell ins Gremium wachsen. Was daraus folgt ist bekannt: viele Leute fühlen sich abgehängt und bleiben den Wahlen fern!  Für Cazis, dass die Budgetvorlage 2017 so geschnürt sein wird, dass eine Steuersenkung nicht in Frage kommt – notabene bei Mindereinnahmen von 3% oder 365'000 Franken auf 12.7 Mio. Budget. Diese Abwehrhaltung der CVP/BDP-Fraktion ist grotesk. Die Leute, an deren Türen ich schon war und mit denen ich darüber gesprochen habe, sind sanft ausgedrückt erstaunt, konsterniert oder fühlen sich verletzt, wenn ihnen bewusst wird, um welche Bagatelle da "gestritten" wird.  Auf die Frage zurückkommend, ob ich mich an den Tisch getraue? Ja, wenn es der Wunsch der Wählerinnen und Wähler ist. Und ich werde mich für meine Sachthemen einsetzen, auch wenn ich immer überstimmt werden sollte.  "In der Sache hat, aber im Ton fair", entspricht meinem Prinzip von Kollegialbehörde. Dabei gilt es die Person vom Amt zu trennen, man spricht von der Funktion. Als gewählter Volksvertreter setzt man einen weiteren Hut auf. Dieser muss aus dem Stoff der Wählererwartungen gestrickt sein; weshalb ein Filzhut nicht geeignet ist, obwohl dieser besonders schützende Eigenschaften für den Träger aufweist.

 

Wie geht es Ihnen nach dem 1. Wahlgang?

Ich fühle mich bestätigt. Es war viel Arbeit. Der persönliche Kontakt wurde und wird sicher bestätigt. Ich erhielt dadurch ein Bild, davon, wie der Bürger denkt, was ihn freut, was ihm Sorgen bereitet. Doch am wichtigsten für mich ist, dass die Wählerin und der Wähler motiviert werden, an der Wahl teilzunehmen.  Das ist mir nur zum Teil geglückt - weshalb ich mir ein Fitnessprogramm für den 2. Wahlgang auferlegt habe.

 

Weshalb wollen Sie in den Gemeinderat? Könnten Sie nicht mehr in der Opposition erreichen?

Cazis ist ein attraktiver Wohnort.  Die Gemeinde ist gut aufgestellt.  Es gibt mehr Fusionsgewinner als - verlierer. In den letzten paar Jahren hat es die politische Führung aber verpasst, einen Schritt weiter zu tun. Es wurde technisch, ausgewogen verwaltet. Die Steuerfrage wurde vor sich hingeschoben und auch nicht als wichtiges Thema gesehen. Ein weiterer Punkt ist die Schule. Hier wird "ohne wenn und aber" geschluckt, was vom Kanton und er Schulleitung empfohlen wird. Nur so konnte es passieren, dass der Schulhausumbau schon am Start Schiffbruch erlitten hatte. Leute kamen auf mich zu und meinten, dass meine Ansicht im Gemeindevorstand fehle. Diese aber wird von vielen Caznerinnen und Caznern geteilt.  Deshalb entschied ich mich der Wahl zu stellen. Natürlich freut es mich, dass wir zu Dritt sind. So erhält die Wählerschaft eine echte Auswahl. Opposition ist heute kein Thema - hätte aber schon den Reiz, von draussen auf die wunden Stellen zu zeigen.

 

Sind Sie ein Optimist?

Ja, als  Reallehrer müssen Sie das sein. Sie arbeiten mit jungen Menschen, welche eine grosse körperliche und geistige Veränderung durchmachen. Sie teilen die Sorgen, Freuden und Ängste und müssen immer der Kompass sein, an welchem die Jugendlichen sich orientieren können. Sie sind das Boot in die Ferne, aber auch der Fels in der Brandung. Da gibt es gute und weniger gute Tage. Wenn Sie aber morgens aufstehen und sich vor die Klasse stellen, dann müssen Sie Energie haben, um jedes einzelne Kind voranzubringen.  Und glauben Sie mir, nebst  Optimismus wird auch eine grosse Portion Gelassenheit und "sich selbst nicht zu Ernst nehmen" abverlangt.

 

Wann haben Politiker Erfolg?

Wenn ich das wüsste (lacht). Politiker, ob Mann oder Frau, verstehen es Thema anzusprechen, welche für die Gesellschaft und den Einzelnen von Bedeutung sind. Da die Menschen verschiedene Lebensgeschichten aufweisen, durch die verschiedensten Erziehungsmuster gegangen sind, haben sie auch feste Glaubenssätze entwickelt, welche diesen als Handlauf  dienen. Parteien nutzen nun diese Handläufe und strecken ihre Hand aus, um möglichst viele Leute in ihr Boot zu kriegen.  Dazu nutzen ihnen die Programme, so eine Art AGB;  also das Kleingedruckte. Da passt dann nicht immer alles zusammen. Ein erfolgreicher Politiker weiss, welche Punkte der AGB angesprochen werden dürfen und welche nicht. Er spielt mit dem Moment und leider allzu oft mit den Sorgen und Ängsten. Lassen Sie mich das besser erklären. Oft hören wir, dass die Leute sagen, dass die Politiker vor den Wahlen und nach den Wahlen zwei Gesichter haben. Damit meinen diese, dass die Mandatsträgerinnen -und träger nicht ehrlich sind.  Und hier kommen die Parteien ins Spiel.  Der Wähler sucht oft die Partei, welcher seiner Gesinnung und Haltung am nächsten steht. Wenn dann die Politik, den Wählerwunsch nicht umsetzt, dann wird auf die anderen Parteien gezeigt, welche Schuld daran sind. Der mündige Mensch durchschaut das Spiel und hört auf mitzuspielen. Er geht dann einfach nicht mehr zur Wahl. Dies ist der Protest des "kleinen Mannes".  Die Parteien wissen das genau. Sie konzentrieren sich daher nur auf ihre Stammwählerschaft und hoffen, dass sie bei einer 30-prozentigen Stimmbeteiligung ihre Kandidaten ins Ziel bringen. Was aber ist, wenn sich plötzlich Alternativen auftun? Dann werden Denkzettel verpasst. Das jüngste Beispiel ist die AFD. Zurück zur Frage, was ein erfolgreicher Politiker ausmacht, ist, dass er authentisch ist, dass er die Leute ernst nimmt, dass er vorne hin steht und seine Meinung vertritt, auch wenn die nicht Mainstream seiner Parte ist. Das Sprichwort sagt, nur was sich ständig verbiegt wird zum Haken. Das gilt für den Politiker besonders. Die schnelllebige Zeit und der gesellschaftliche Wandel sind Ausreden. Ich erinnere an die Talsperre  neben der Ems Chemie. Was wie ein Herrschafts- oder Statussymbol für erfolgreiche Wirtschaftspolitik daherkam, wurde aufs brachialste in den letzten Monaten zurück gebaut. Das Mahnmal oder der Schandfleck sind verschwunden; der freie Blick auf die Tumas ist wieder gegeben. Suchen Sie Politiker, welche ein gewisses Mass an Bodenständigkeit, Gelassenheit und Humor aufweisen, aber nebst diesen sympathischen Eigenschaften, sich der Verantwortung bewusst sind, und sich den nötigen Sachverstand aneignen, um gemeinsam mit Ihnen den Weg zu planen und zu bauen, auf welchem Sie und Ihre Nachkommen sicher gehen können. Dieser Weg beginnt schon bei Ihnen zuhause, dann vor der Türe, im Quartier, in der Gemeinde, beim Kanton und zuletzt erst beim Bund.

 

 

Aus welchem Grund sind Sie der Meinung, dass die Gemeinde Cazis die Steuern für natürliche Personen senken soll? Und wie sehen Sie die Sache bei Unternehmenssteuern?

Die Steuerbelastung für natürliche Personen ist mit 120 % sehr hoch. Nur gerade mal 8 Gemeinden in Graubünden sind höher, 98 tiefer und 5 gleich. In den letzten Jahren hatten wir sehr gute Jahresabschlüsse. Seit 2016 hängen die Kantonsausgleichszahlungen nicht mehr mit der Höhe des Steuerfusses zusammen. In den nächsten Jahren erhält Cazis 2.7 Mio.pro Jahr.  Eine Senkung um 15 % führt zu Mindereinnahmen von 3 %.  des Gesamtbudgets, oder 385'000 Fr. Dies ist verkraftbar, ohne dass die Gemeinde in ihrer Tätigkeit eingeschränkt wird. Cazis hat sehr viele Senioren. Diese sind bei den Steuern und Gebühren doppelt belastet und auch die Krankenkassenprämien steigen in dieser Gruppe überportional.   Die andere Gruppe, welche stark leidet, ist die der unverheirateten Erwerbstätigen. Natürlich werden verheiratete, kinderlose Doppelverdienerpaare auch bestraft. All diese profitieren bei einer Steuersenkung direkt. Cazis hat seinen Aufgaben nach der Fusion gemacht. Nun ist es an der Zeit der Bevölkerung mit diesem Zeichen Danke zu sagen, für das grosse Vertrauen, welches der Gemeindeführung  geschenkt wurde. Bei den Unternehmenssteuern sieht es anders aus. Am 7.Dez. 2016 senkte das Kantonsparlament diese von 16.7 % auf 16.1 %, was auf einer 100-Skala dem Wert von 10.02 % entspricht. Die Unternehmenssteuern wurden aber schon vor Jahren nach unten angepasst, so dass der Kanton im nationalen Vergleich attraktiv  ist. Dort sehe ich keinen Bedarf. In Cazis hat es wenig Industrie und Gewerbeland, welches nicht genutzt ist. Weitere  Einzonungen sind im Moment kein Thema. Cazis hat aber sehr viele kantonseigene Gebäude. Diese sind von der Liegenschaftssteuer befreit. Dort muss geschaut werden, ob es Möglichkeiten  gibt, dass der Kanton mehr Steuern entrichtet. So wie es heute ist, wird das von vielen als ungerecht bezeichnet. Die Steuerfrage wird immer mit der Standortattraktivität und dem Investitionsbedarf verknüpft. Daher ist es wichtig, dass sich möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner für dieses Thema interessieren. Die Medien vermitteln das Bild, dass junge Familien  nach Tagesstrukturen schreien. Dies mag für Chur, Zürich und für die Agglomerationen stimmen. Die Familien, welche ich in letzter Zeit kennen lernen durfte, haben aber andere Wünsche. Sie möchten, dass die Kinder die Möglichkeit haben möglichst natürlich aufzuwachsen. Es geht soweit, dass sie sich nach längeren Mittagszeiten sehnen, so dass die Kinder nicht diesem tägliche Stress ausgesetzt sind. Das ist spannend und muss in die politische Diskussion getragen werden. Weitere Details finden Sie in der Broschüre "Steuern senken ausführlich" auf dieser Webseite.

 

Weshalb geben Sie ein Spenderkonto an? Passt das zu Ihrem Slogan?

Auf diese Frage habe ich gewartet. Ich bin positiv erstaunt, dass diese einen Tag nach dem Versand des Flyers gestellt wird.  Natürlich überlegte ich, was dies bei Ihnen auslöst. Sicher gibt es solche, die sich fragen, wie ich denn meinen Wahlkampf finanziere. Andere werden denken, dass es ihm so gut geht, dass er dies locker machen kann. Wieder andere würden mir gerne eine kleinen Franken Betrag an die Unkosten geben.   Die Parteien leben von Spenden und Mitgliederbeiträgen. Bei mir ist das anders. Mit dieser Aktion, wollte ich einfach den Raum öffnen, damit Personen, welche den Wunsch haben mir etwas zu spenden, dies auf einfache Art tun können.  Passt das zu meinem Slogan? Ja, denn ich gehe bewusst und transparent mit diesem Thema um. Falls ich mit Spenden überhäuft würde, sieht es so aus, dass ich nur den Betrag  meiner effektiven Ausgaben beanspruchen werde. Den Rest werde ich einer gemeinnützigen Sache spenden. "Ich werde  damit nicht in die Ferien gehen, da ich  zu beschäftigt bin;), wie der Fragesteller befürchtet."