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Ausführliche Stellungnahme_Nied_DV_LEGR.
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Grosser Imageschaden durch fahrlässiges Handeln der GL des LEGR

Die GL des LEGR hat sich in der Causa "Doppelinitiative" verrannt. Dabei hat sie die Grundprinzipien der fairen, sachlichen Auseinandersetzung vorsätzlich missachtet. Sie ging so weit, dass sie die Initianten direkt diskreditiert.

 

Die Einladungsschrift an die Delegierten mit 9-seitigem brisanten Inhalt, welcher weit über die sachliche Information hinausging und in welcher der politische Weg einer Initiative mit Füssen getreten wird, führten dazu, dass die eingeladene Referentin des Initiativkomitees der Delgegiertenversammlung fernbleibt. Uns wäre wichtig gewesen, dass die Initianten auch dabei gewesen wären. Wir wollten die Parole nicht hinter ihrem Rücken fassen", sagt Präsidentin Sandra Locher Benguerel. Das neunseitige Schreiben selber sei vor einem Monat an die Delegierten versandt worden, öffentlich aufgelegt und dann in den Schulen breit diskutiert worden, erklärt Jöri Schwärzel vom Legr. Bezüglich der Formulierungen im Dossier ist sich die Präsidentin keines Fehlers bewusst. Man habe sachlich und auf eine faire Art dargelegt, was das Initiativkomitee wolle und welche Haltung die Geschäftsleitung des Legr dazu habe.  Von der Absage habe sie zeitgleich aus den Medien erfahren, was nicht gerade «sehr fair» sei. «Ich hätte mir ein Gespräch erhofft und bin weiterhin an einem konstruktiven Dialog interessiert», sagte Sandra Locher Benguerel. Die Initianten wären auch froh gewesen, wenn sie ein Exemplar des öffentlich aufgelegten Schreibens vor 6 Wochen erhalten hätten.  Hier den Initianten ein Foul vorzuwerfen ist an Dreistigkeit kaum zu Überbieten. Denn dann wäre noch Zeit genug gewesen, um zu handeln und den Imageschaden möglichst klein zu halten. Und wer nun glaubt, dass es Zufall war, dass Lehrerverband gestern die Klage gegen Diskriminierung der Kindergärtnerinnen eingereicht hat, glaubt sicher auch an Märchen. Zum Streitpunkt, dass das Volk bei der Mitsprache der Grundausrichtung der Schule und  Lehrpläne nichts zu sagen hat, schreibt die GL des LEGR : „Ja. Das ist wahr. Aber: Wo kämen wir hin, wenn das Volk über den umfangreichen Lehrplan abstimmen müsste? Die Politik weist den strategischen Weg in Bildungsfragen - für die operative Ebene soll das Fachwissen entscheidend sein.“ Und hier gehen die Meinungen weit auseinander. Das zeigt sich an der Fragestellung, ob und ab welchem Alter Tablets, Smartphones und Notebooks im Unterricht eingesetzt werden sollen? Einige Experten sagen schon im Kindergarten. Es gibt gute Gründe auch andere Experten anzuhören. Auch auf diesem Auge ist die Präsidentin blind. Jöri Schwärzel vom Legr. sagt: «Wir sprechen uns als Geschäftsleitung gegen die Initiative aus. Das stimmt. Ihre Meinung können sich die Delegierten aber selber bilden.» Bleibt zu hoffen, dass in dieser kurzen Zeit möglichst viele Lehrpersonen an ihre Delegierten gelangen, um für dieses Husarenstück  der GL die gelbe, wenn nicht gar die rote Karte zeigen.  „In der Sache hart, aber im Ton fair“, mit der nötigen Gelassenheit und dem Respekt vor der Verfassung und der anderes Seite, wenn das gelingt, dann ist ein konstruktiver Dialog  möglich. Die Initiativen, wie sie im Wortlaut stehen, greifen in keiner Art und Weise die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen im Kanton Graubünden an. Sie stehen auch nicht im Widerspruch zu den Standesregeln des LCH. Weiter nehmen sie keinen Einfluss auf die Struktur des Unterrichtes.  Im Prinzip können die Delgegierten auf die Anträge der GL gar nicht eintreten. Das wäre ein starkes Zeichen. Die Bündnerin und der Bündner würden sich darüber freuen.

 

 

 An der diesjährigen Delegiertenversammlung des LEGR vom 27. September 2017 steht die Doppelinitiative auf dem Programm. Wie aus den Unterlagen zu entnehmen ist, soll diese von den Delegierten aufs härteste abgestraft werden. Doch damit nicht genug. Diese Initiative ist so gefährlich, dass aus der Vereinskasse Geld gesprochen werden soll: Für die Vorbereitung und die Umsetzung des Abstimmungskampfes gegen die Doppelinitiative bewilligt sie für das Vereinsjahr 2017/18 Fr. 20‘000.- aus der Projektkasse. Das Budget 2018/19 wird an der folgenden Delegiertenversammlung bestimmt.

 

Die Anträge b-d der GL sind zurückzuweisen oder abzulehnen

 

a) Die Delegiertenversammlung LEGR unterstützt den Lehrplan 21 Graubünden und erneuert den Auftrag an die Geschäftsleitung LEGR, die Umsetzung weiterhin kritisch-konstruktiv zu begleiten.

 

b) Die Delegiertenversammlung LEGR lehnt die Doppelinitiative (Verfassungsinitiative „Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen“ und die Gesetzesinitiative „ Mitsprache bei Lehrplänen“) ab.

 

c) Die Delegiertenversammlung LEGR will, dass sich der LEGR unter der Führung der Geschäftsleitung aktiv gegen die Doppelinitiative einsetzt.

 

d) Für die Vorbereitung und die Umsetzung des Abstimmungskampfes gegen die Doppelinitiative bewilligt sie für das Vereinsjahr 2017/18 Fr. 20‘000.- aus der Projektkasse. Das Budget 2018/19 wird an der folgenden Delegiertenversammlung bestimmt

 

 Gemäss Statuen Art. 15 heisst es zur Aufgabe der Delegiertenversammlung, dass die Beschlussfassung über verbandspolitische Grundsätze und Rahmenbedingungen der Verbandstätigkeit sei.

 Die Initiativen, wie sie im Wortlaut stehen, greifen in keiner Art und Weise die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen im Kanton Graubünden an. Sie stehen auch nicht im Widerspruch zu den Standesregeln des LCH. Weiter nehmen sie keinen Einfluss auf die Struktur des Unterrichtes.

 

Was man vorwerfen kann ist, dass sie zu einem offenen Dialog aufrufen, der dahin führt, dass das Stimmvolk über seine Volksschule mitentscheiden kann. Dies entspricht einem Urbedürfnis des Bündners und des Schweizers.

 

 20'000 Franken Pauschalbudget nur zur Vorbereitung des Abstimmungskampfes, zeigt deutlich, dass die GL jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Ich erinnere an dieser Stelle an die Pressemitteilung der GL des LEGR zum LP21GR-Entscheid durch die Regierung… einige Kröten mussten wir schlucken.

 

 Weiter an die vielen Informationsschreiben (Newsletter), bei denen man mit den Forderungen im Bereich Lehrmittel -über alle Stufen und Fächer- mit fadenscheinigen Gründen abgespeist wurde. Das EKUD verwies auf die EDK, auf Harmos… die Resonanz war wirklich nicht so gross, wenn ich den Lehrpersonen glaube, die mir im Vieraugengespräch von solchen Hearings berichteten. Der LEGR vertritt gewerkschaftliche Interessen. Gemäss seinen Statuten sucht er den Dialog mit dem EKUD, dem AVS, SLV, SLBV… Dies bedeutet aber nicht, dass er Vereinsgeld für Propaganda-Zwecke verschwenden muss.

 

 Es mag ja sein, dass der LEGR gem. Statuten Art. 2.3 handelt und sich als Resonanzpartner im wahrsten Sinne der Wortbedeutung, nämlich als "Körper der mit einem anderen mitschwingt", sieht. Die Folge davon ist, dass "rote Linien" ständig überschritten werden, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten vermischt werden und es wirklich nicht mehr erstaunt, dass die GL des LEGR nebst einem finanziellen Fiasko einen grösseren Reputationsschaden in Kauf nimmt. Im Folgenden begründe ich, weshalb die GL des LEGR mit „Kanonen auf Spatzen“ schiesst und damit Türen ohne Grund und Not verschlossen werden. mehr