Im März 2016 beschloss die Regierung, den Lehrplan21GR aufs Schuljahr 2018/19 einzuführen. Die grosse Mehrzahl der Lehrpersonen nahm dies zu Kenntnis. Gleichzeitig fingen Gemeinden an, ihre Schulhäuser umzubauen, so dass die Kinder kompetenzorientiert, individuell und selbst-organisiert in Lernlandschaften den Schulstoff abarbeiten. Der Lehrer wird zum Beobachter, führt Lernjournale und die Kinder üben sich in der Selbstreflexion.  Und das alles, ohne dass das Volk dazu befragt wurde.  Neue Lehrmittel werden wie der "Stein des Grals" gehütet.  Wo schon im Sinne und Geiste dieser Reform Schule stattfindet, sind die Ergebnisse schlicht ausgedrückt "ernüchternd". Deshalb wäre es wichtig, die funktionierenden Teile der Volksschule zu behüten, systembedingte Reformfehler möglichst gering zu halten und selbstbewusst in einen sachlich geführten Dialog einzusteigen. Grundlage dieser Diskussion sollten fachlich anerkannte Studien sein.

Doppelinitiative - für ein Reststück Autonomie

Mit Einführung des LP21GR wurde die Büchse der Pandora geöffnet. Harmos wurde dazu missbraucht, um die Volksschule neu auszurichten. Sie folgt nun den Grundprinzipien der Vorgaben der OECD, welche die Performance, also den Output im Zentrum stehen hat. Die Kompetenzorientierung anstelle verbindlicher Jahrgangsziele und neue Lehrmittel, welche die Methodenfreiheit der Lehrpersonen  einschränken, sind die Folgen.

2 mal "JA" zu "Mitsprache bei Bildungsfragen"

Die Doppelinitiative "Mitsprache bei Bildungsfragen und Lehrplänen", möchte ein Stück Restautonomie beim Kanton lassen. Sie ist verfassungstreu,  denn die Volksschule steht unter der Hoheit des Kantons.  Mit der Annahme, wird der LP21GR durch Jahrgangsziele ergänzt. Dies stärkt die Volksschule. Die Fächer und Lektionen bleiben unangetastet. Viele Lehrpersonen sehen das gleich und unterstützen die Initiative.

Bei Ablehnung  der Initiative sind im Kanton Graubünden "Ross und Reiter" bekannt

Ein «Nein» zur Initiative bewirkt das Gegenteil der erwünschten Ruhe Eine Schulgesetzesrevision steht im 2019 an. Der Kindergarten muss dem LP21 angepasst werden, die Lehrer erhalten einen neuen Berufsauftrag, die «Neuen Medien» und Lehrmittel werden uns weiter Kopfzerbrechen bereiten, Kinderburnout als neues Phänomen steht im Raum. Ein wuchtiges «Nein» hat zur Folge, dass die Gemeinden sich gezwungen sehen, ihre Schulhäuser in Lernlandschaften und Computertempel umzubauen.  Diese immense Kostensteigerung im Bildungssektor führt zu Schliessungen kleiner Schuleinheiten und Entlassungen vieler Lehrpersonen.

Ein «Ja» wird Graubünden  nicht isolieren, sondern dazu beitragen, dass die Schule gemäss kantonaler Verfassung und noch gültigem Schulgesetz die sprachlichen, kulturellen und humanistischen Werte weiter hochhält.

Hier finden Sie Stellungnahmen zum LP21GR und der Doppelinitiative. Im 2016 waren mehrere Hundert Lehrpersonen der Auffassung, dass es ein Moratorium braucht. Diese Stellungnahme wurde der Regierung weitergleitet. Sie sollte diese dazu bewegen, den LP21GR noch nicht in Kraft zu setzen. Leider folge diese den Ausführungen des zuständigen Regierungsrates.

Das zweite Schreiben befasst sich mit den Aussagen der Geschäftsleitung des Lehrerverbandes LEGR zur Doppelinitiative. 

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Mehrere Hundert Lehrpersonen zum LP21GR im 2016
Denkpause LP21 2016.pdf
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Haltung des LEGR zur Doppelinitiative im 2017
Ausführliche Stellungnahme_Nied_DV_LEGR
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